Die Autorin Daniela Muthreich lebt in der Schweiz.

Sie schreibt spannende Fantasyromane und vieles mehr: Daniela Muthreich.

Ihre Kinderbücher, Geschichten und Gedichte schreibt sie in einer gemütlichen Leseecke mit Blick auf das grandiose Panorama der Schweizer Bergwelt: die Autorin Daniela Muthreich, die in Niedersachsen geboren wurde und inzwischen im Kanton Luzern lebt. Inspiriert von der urigen Landschaft und den vielen alten Legenden ihrer neuen Lebenswelt entstand auch ihre spannende Fantasy-Geschichte „Diana & Julius und das Buch der Katastrophen“, in der zwei Teenies durch eine Schneelawine mitgerissen werden und im Mittelalter landen (- dieses Kinderbuch haben wir im Bunten Blick gerade vorgestellt, den Link gibt’s am Ende des Interviews). Im Sonntagsinterview mit Bunter-Blick-Redakteurin Claudia Diana Gerlach erzählt die Schriftstellerin aus ihrem abwechslungsreichen Leben und davon, was sie in einem sagenumwobenen alten Haus in den Schneebergen so alles erlebt hat.

1. Liebe Daniela Muthreich, wann hast Du Deine Liebe zum Schreiben entdeckt?

Meine Liebe zum Schreiben zeigte sich schon während meiner Kindheit. Bevor ich allerdings schreiben konnte, zeichnete ich zuerst Comics und mit neun Jahren kamen dann Sprechblasen dazu. Zeitgleich verfasste ich meine ersten Geschichten und schrieb häufiger Artikel für einen imaginären Zeitungsverlag. Zeitungen faszinierten mich als Kind besonders und so interviewte ich für meine Beiträge Personen, wie zum Beispiel meine Lieblingsnachbarin. Anschliessend verarbeitete ich aktuelles Tagesgeschehen und Interviews in meinen fiktiven Zeitungsberichten. Inspirierend wirkte dabei auch eine Freundin, die stark investigativ veranlagt war. Sie lieferte mir von Zeit zu Zeit die Vorlage für eine Detektiv-Story.

2. In welchem Ort in Niedersachsen bist Du aufgewachsen?

Ich bin in Bissendorf bei Osnabrück aufgewachsen, in einer ländlichen Umgebung, wie ja schon die Bezeichnung Dorf vermuten lässt. Meine Eltern hatten keinen Hof, aber den überwiegenden Teil meiner Kindheit und Jugend verbrachte ich im Reitstall oder eben draussen in der Natur.

3. Hast Du eine glückliche Kindheit erlebt?

So gesehen, war ich sicher auch glücklich, besonders wenn ich meine Geschichten aufschreiben konnte, im Reitstall war oder meine Freundinnen traf – doch es gab natürlich auch weniger glückliche Momente. Besonders beim Wechsel von Kindheit auf Teenageralter, als die Anforderungen in der Schule stiegen, und ich meine Zeit überwiegend dort oder mit der Fertigstellung von Hausaufgaben verbringen sollte, fühlte sich das mit dem Glücklichsein etwas getrübt an.

4. Inspirieren Dich Erlebnisse und Ereignisse aus dieser Zeit zu Deinen heutigen Kinder- und Jugendbüchern?

Was mich sicherlich sehr geprägt hat, war die Tatsache: «Zeit in der Natur zu verbringen». Da wir ja damals noch fernab von «digital» waren, gab es zum Zeitvertreib kein Mobiltelefon ( wahrscheinlich nicht vorstellbar für die heutige Jugend ) und so traf man sich mit Freunden, um tatsächlich noch die gute alte Bude oder Hütte im Wald zu bauen, auf Bäume zu klettern oder im Winter zum Schlittschuhfahren am Sonnensee. Der See war übrigens des Öfteren Ausgangspunkt für Abenteuerspiele mit meinen Freundinnen, weil es dort auch eine Brücke mit Insel gab und einen Steg. Und hier erkennt man nun sicherlich eine Parallele zum Jugendbuch «Diana & Julius» – die Geschichte spielt schließlich auch an einem See oder besser: der See nimmt als Ausgangspunkt nach der Rückkehr aus der Zwischenwelt eine zentrale Rolle ein.

Meine sonstige Inspiration ist dagegen etwas vielschichtiger. Für das Jugendbuch «Diana & Julius» inspirierte mich auch stark die Schweizer Bergwelt und die Erfahrungen, die ich mit der Natur bis zu diesem Zeitpunkt gemacht hatte. Ich wohnte damals mit meiner Familie sehr abseits in den Bergen in einem uralten Haus, im französischsprachigen Teil der Schweiz. Um dieses Haus rankten schon viele Geschichten, die gesamte Gegend wurde dazu und wird wahrscheinlich noch heute, häufiger von Künstlern aufgesucht. Mit anderen Worten – da fliesst Spirit für den, der ihn aufschnappen kann. Ferner habe ich in diesem Haus auch Lawinenabgänge miterlebt, und zwar nicht in der Form, dass die Schneemassen das Haus begruben, sondern die Geräusche und Druckwellen, die Lawinen verursachen. Das war natürlich für das Jugendbuch sehr hilfreich, denn je authentischer ein Autor nachempfinden kann, desto besser wird der Text.

5. Laut dem Artikel auf Deiner Webseite seid Ihr 2006 mit der ganzen Familie in die Schweiz gezogen. Was war der Anlass zu dieser großen Veränderung?

Der Anlass war eine Verlegung des Arbeitsplatzes meines Mannes ins Ausland. Die Zentrale bot ihm eine Job-Perspektive in der Schweiz.

6. In welchem Kanton lebst Du? Und wie kamst Du mit diesem Wechsel als Norddeutsche vom „platten Land“ in die gebirgige Schweiz zurecht?

Bevor wir in den deutschsprachigen Teil der Schweiz (Kanton Luzern) zogen, wo wir übrigens heute leben, verbrachten wir die ersten zwölf Jahre im französischsprachigen Waadtland (Vaud). Der Länder-Wechsel war eine wahre Challenge. Denn ich konnte die Sprache anfangs nicht, ausser vielleicht einige Worte. Hinzu kam, dass ich mit der Mentalität der Menschen zunächst wenig anfangen konnte und diverse falsche Vorstellung vom gesamten Thema Integration hatte. Dadurch kam es zu einer ganzen Reihe von Missverständnissen und ich brauchte sehr lange, um diese für mich zu klären. Auch hatte ich in den ersten Jahren tatsächlich Heimweh und mich beschlich jedes Mal ein komisches Schweregefühl, wenn wir auf der Rückfahrt eines Deutschlandbesuches die Grenze passierten. Aus der Rückschau betrachtet, ist mir dadurch das Wort Heimat bewusster geworden, denn zuvor konnte ich wenig damit anfangen. Aber es haben ja schon viele Menschen darüber geschrieben, dass der wahre Heimatbezug erst durchbricht, wenn man in der Ferne ist.

7. Fühlst Du Dich inzwischen als Schweizerin?

Ich fühle mich nicht als Schweizerin, aber ich fühle mich inzwischen auch nicht mehr ganz deutsch (grins). Es hat irgendeine Vermischung stattgefunden, die ich auch nicht näher beschreiben kann und dabei fühle ich mich der Schweiz heute näher als früher. Hinzukommt, dass ich durch die Pandemie lange nicht mehr in Deutschland war und somit nicht ausprobieren konnte, was mit mir passiert, wenn ich über die Grenze fahre.

8. Was liebst Du an Deiner neuen Heimat?

Ich liebe die Schweizer Natur, vor allem die Bergwelt. Ich fahre gern Ski und die Schweiz bietet hierfür ideale Bedingungen. Angefangen von der Infrastruktur bis hin zu landschaftlich imposanten Eindrücken. Gleiches gilt für das Wandern und Bergausflüge im Sommer. Meine Naturverbundenheit kann ich zumindest in der Schweiz gut fühlen und ausleben. Auch liebe ich die Schweiz für ihre Geschichten und Mythen. Die bieten mir einen herrlichen Fundus an Inspiration zu neuen Geschichten. Ich bin der Schweiz dankbar, für all die Erfahrungen, die ich hier sammeln konnte – egal wie sie auch immer gewesen sind und besonders dafür, dass meine Kinder durch den Länderwechsel zweisprachig aufwuchsen – was ein wahrer Vorteil ist.

9. Wann hast Du damit begonnen, Kinderbücher zu schreiben?

Im Jahre 2016 habe ich professionell angefangen Kinderbücher zu schreiben bzw. im Jahr 2017 ein Buch zu veröffentlichen. Zuvor hatte ich schon viel geschrieben, aber nie ein Buch daraus gemacht. Auslöser war damals, dass sich eines Abends kein adäquates Buch zum Vorlesen finden lies und ich stattdessen so tat, als würde ich eine Geschichte aus einem geheimen Notizbuch meinen Kindern vorlesen. Danach stand für mich fest, dass ich nun meine Bücher-Zeit ausleben muss bzw. meine Träume realisieren werde.

10. Wie kamst Du auf diese vielen Ideen zu Deinem Kinder- und Jugendroman „Diana und Julius und das Buch der Katastrophen“? Gab es irgendein Ereignis, das Dich so beeindruckt hat, dass Du darüber schreiben wolltest?

Es gab gewisse Personen, die die Tür der Kreativität weiter öffneten und für einen Flow gesorgt haben. Aber es gibt auch eine Ursprungsgeschichte zum Buch – ein Fundament, auf dem die gesamte Geschichte aufbaut. Dies ist bei Diana & Julius der Bergsturz von Biasca 1513 und der spätere Dammbruch 1515 – eine der grössten Katastrophen in der Schweizer Geschichte. Bei diesem Unglück sind gleich drei Dörfer in den Fluten untergegangen. Geschichtliche Quellen zum Unglück informieren darüber, dass sich allerlei Mythen und Legenden um den Bergsturz bzw. den späteren Dammbruch ranken. Tatsächlich kam es einige Jahre später zu einem Prozess zweier Dorfgemeinden, wo die eine Partei die andere beschuldigte, dass bei dieser Katastrophe Hexerei im Spiel gewesen sei. Ich bin gleich am Anfang von Diana & Julius über diese Geschichte gestolpert und sie hat mich sofort gepackt. Selbst wenn ich heute noch über das Unglück von Biasca lese, fühle ich mich wie elektrisiert.

11. Kommst Du neben Deiner Arbeit als Autorin und Deinem Dasein als Familienmanagerin noch zu anderen Tätigkeiten?

Ich bin nicht hauptberuflich Mutter und Hausfrau, sondern arbeite in der Kommunikation für ein Unternehmen – mein derzeitiger Brotjob. In meinem Leben dreht sich dementsprechend viel um das Thema Schreiben oder wenn wir über Social Media und Buchvermarktung sprechen über Online-Marketing respektive digitale Kommunikation. Ich arbeite stark daran meine Bücher bekannter zu machen und habe mir alle Rezensionen inklusive meiner derzeitigen Sichtbarkeit im Netz selbst erarbeitet. Da ich bestimmte künstlerische Ansprüche an meine Posts auf den sozialen Kanälen habe, nimmt dies eben Zeit ausserhalb meiner regulären Arbeitszeit in Anspruch. Dennoch empfinde ich es nicht als arbeiten, sondern als pure Selbstverwirklichung. Meine Bücher sind hier ganz klar meine treibende Kraft und auch mein Rettungsanker, wenn es mal nicht so toll läuft. Wenn man es so will, haben meine Bücher als Freizeitprojekt begonnen, welches nun zunehmend an Professionalität gewinnt. Wenn es dadurch zukünftig zu mehr Aufwand kommen sollte, werde ich sicher eine Lösung finden. Meine Kinder sind zudem inzwischen erwachsen und fast erwachsen, so dass sie auch nicht mehr gewickelt werden müssen, somit habe ich Raum mich beruflich zu verwirklichen.

12. Was genau ist KLDM? Könntest Du das unseren Leser*innen, die noch nie davon gehört haben, erklären?

KLDM bedeutet: Kreativ-Literatur Daniela Muthreich und ist eine Wortmarke und steht für fantasievolle Bücher mit aussergewöhnlichen Buchkonzepten. Wie in deiner Rezension schon zu lesen ist, sind ja viele Ideen in die Geschichte geflossen. Dies ist eins der Alleinstellungsmerkmale – der Ideenreichtum. Des Weiteren gibt es zu meinen Büchern Figuren zwecks Visualisierung und der Text ermuntert die jungen Leser, mehr über die Welt zu erfahren, sofern sie möchten. Dazu tauchen in der Geschichte immer wieder historische Personen auf, die dezent an Themen wie Kunst und Naturwissenschaft heranführen und wer dann Fragen hat, kann im Netz schauen oder eben seine Eltern interviewen.

Die Wortmarke verfolgt primär das Ziel, Inhalte mir zuzuordnen und übergeordnet zu fungieren und natürlich um die Bild- u. Wortekunst zu vereinen. Neben Jugendbüchern/Fantasybüchern werden unter KLDM auch Bücher zur Selbstfindung für Erwachsene (im weitesten Sinne Ratgeber) und Poesie publiziert.

Mehr dazu gibt es auf: Website: www.kreativ-literatur.com

13. Wann und wo findest Du die Zeit zum Schreiben? Hast Du einen Lieblings-Schreibplatz oder -ort?

Wenn ich ein Buch schreibe, dann schreibe ich dies überwiegend nachts. Während dieser Zeit komme ich auch problemlos mit weniger Schlaf aus und der Zeitraum ist ja auch überschaubar. Mein Lieblingsplatz zum Schreiben ist ein Sessel, ausgestattet mit einer sehr weichen Decke, gegenüber einer Fensterfront, die den Blick auf die nahe Bergwelt freigibt. Dazu ziehe ich eine bestimmte Fliessjacke an und schreibe überwiegen, weil nachts, im Pyjama oder in Jogginghose und T-Shirt. Wenn Karl Lagerfeld noch unter uns weilen würde, würde er bei meinem Anblick möglicherweise Zustände bekommen, aber intensiv Schreiben ist wie Gehirn-Jogging, besonders Poesie, dabei kann ich keine modischen Akzente setzen. 😊 Das war jetzt ein echter Insider…

Mehr Infos hier: derbunteblick.de

oder auch hier:

 

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