Der Salamander

Lyrik-Auszug aus dem ungewöhnlichen Ratgeber Kreativer Gesellschaftsumbruch – Mein Leben als Theaterstück. Teil der Vorstellung Chefdramatiker. Chefdramatiker gefühlvoll: «Veilchen sind Blumen und Blumen wachsen auf Mauern. Ich liebe Natursteinmauern mit Blumenbepflanzung!» Zieht seine Mütze über ….und sagt:

«Ich bin ein Salamander, wie kein andrer.
Nehm’ ich ein Sonnenbad auf einem Stein,
geniess ich den Strahl, bin froh daheim zu sein.

Am liebsten schlafe ich in Blumenkissen,
dort kann man gut den Mond vermissen.

Wenn lieblich Duft mich eng umhüllt,
wenn selig Rausch mich ganz erfüllt,

wenn tief im Schlaf ich dennoch zuck’,
dann tief ergibt sich auch ein Ruck.

Dann zuck’ ich, dann ruck’ ich,
dann fall ich hinunter.
Dann saus’ ich, dann braus’ ich,
dann bin ich auch munter.

Ja, fall’ ich von der Mauer, dann werd’ ich richtig sauer!
Hab’ auch mein Blumenkissen, gänzlich abgerissen.
Blumenkissen abgerissen, dabei in den Schwanz gebissen?

Was sieht denn mein Äuglein, da am Boden?
Die Blumen die sprechen, von welch Episoden?
Soll ich mich bücken, sie gar pflücken?

Dann bück’ ich, dann pflück’ ich, dann mach’ ich den Strauss.
Mein Liebchen im Garten, dass wird auf mich warten, jetzt geh’ ich nach Haus!

Ich geb’ ihr die Blumen, die ham’ jetzt Volumen.
Dann wird sie zugänglich, vielleicht auch empfänglich.
Aber was passiert dann?

Dann und wann hat die Ruhe ein Ende.
Dort am Ort reich’ ich ihr die Hände.
Dann ham’ wir alle Hände voll zu tun, dann kann auch ich nicht wirklich ruhn’!

Dann ist mein Blumenkissen letztlich ganz zerschlissen.
Dann sind da Babys drin, wo soll ich dann hin?
Ich geh’ da trotzdem rein, will doch nur bei ihr sein.

Gefühl ist viel zu gross, Herz hängt zu tief vom Stoss.
Ich kann mich nicht mehr wehren, sie zieht mich mächtig an.
Ich will jetzt nicht mehr zehren, denn ich weiss nicht mehr wann!

Wann war ich jemals so verliebt?
Wann hat mich jemals das Gefühl so durchgesiebt?

Sie siebt mich, sie liebt mich, dann kommen die Kleinen.
Dann weil’ ich, dann teil’ ich, denk nur ans Vereinen.
Ach, geb’ ich her mein Blumenkissen.
Ich hab’ ein gut’ Gewissen!»

Die ersten Inspirationen zu diesem Gedicht erhielt ich bei einem Familien-Spaziergang und einem Gespräch mit meiner kleinen Tochter, als wir an einer Natursteinmauer standen. Reptilien gaben uns Gesprächsstoff. Danach warfen wir uns abwechselnd Reime zu und dichteten erste Strophen.

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