Igel und Fuchs

Am Fluss ein Igel langsam schreitet, gehetzt sich umsieht, langsam gleitet,
im hohen Gras sich schnell versteckt. Kläglich Ton ihn fast erstickt.

Bedächtig sich zusammenrollt, hektisch schnauft, dann traurig in sich grollt.

Plötzlich innehält und wittert,
plötzlich Gras um ihn auch zittert.
Stachelkleid aufgestellt, mit der Absicht – jeder fühlt sich gleich verprellt.
Ein Fuchs nun vor der Kugel steht,
und überlegt, ob noch was geht.

Spricht:
«Wieso igelst du dich ein?
Bist‘ nun verschlossen, kann nichts rein.
Kann Kugel sich entrollen und mich eines Blickes zollen?»

Gestört, verwirrt, Tier nun gestreckt. Genervt, verirrt, fühlt sich geweckt.

«Ich gerate zwischen Fronten,
ich weiss nicht auf welche Konten,
welche Absicht wird verbucht,
wo ist Wahrheit, wo Betrug?
Wer zieht hier mit wem die Strippen?
Auf welche Köpfe soll ich tippen?
Kuschel mich an nahen Leader,
verfärbt sich Glanz und auch Gefieder.
Leider mich nicht wirklich hört,
Meinung ihn auch manchmal stört.
Die Stimmen nun um mich enorm,
jeder flüstert, wispert, spring‘ in meine Form.
Immer auch noch Vorbehalt, bist‘ zu jung und nicht so alt.
Der Oberste mir sehr verbunden,
kann mit mir sogar gesunden.
Von rechts und links Interesse steigt,
von rechts und links herrscht Einigkeit.
Dich will ich für mich nutzen,
du kannst den Dreck von jeder Platte putzen.
Bei gre(ä)ulich Gemengelage,
ich mich inzwischen frage:
Wem kann ich trauen, auf wen kann ich bauen?
Wer hält mir die Hand, wenn’s brennt?
Wer hat Mut und nicht gleich rennt?
Wer ist Freund, Feind und Opportunist,
wer ist redlich, stark und sich nicht verpisst?»

Der Fuchs nun spricht:

«Ich führe dich.
Löse den Nebel der Verwirrung,
schiebe die Schwaden der Verirrung,
ins Nichts, dann gilt es nicht.
Dann kommt das Licht.
Deine Stacheln werden strahlen,
wie Sonnenschein zum glücklich sein,
vergessen auch die Qualen,
denn du bist mein.
Die Strategie gibt dir ein Tiger,
Bildregie mit seichtem Flieder.
Kraftvoll schmiegt er sich an dich ran,
verschafft dir Klarheit und zeigt dir wann;
Es Zeit ist Stellung zu beziehen,
ab dem werden Erste fliehen.
Wer übrig bleibt, will Einigkeit und schafft Verlässlichkeit.»

Möchte der Maître noch etwas ergänzen?

«Tja, ich denke immer praktisch. Klarsichtfolie?»

Mehr Lyrik in Kreativer Gesellschaftsumbruch – Mein Leben als Theaterstück.

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