Magisches Hermelin

Aus Legenden der Bretagne ist überliefert, dass ein Hermelin lieber sterben wollte, als sein weisses Winterfell im Sumpf schmutzig zu machen. Während einer Jagd gelang einem Hermelin die Flucht. Jedoch blieb es unvermittelt vor sumpfigem Gebiet stehen und rannte trotz Bedrohung nicht weiter. Der Mut des Hermelins rettete ihm sein Leben. Die Jäger verschonten es und das Tier erhielt ungefähr ab dem Mittelalter Kultstatus. So entstanden auch verschiedene Ritterorden/Hermelinorden mit dem Wahlspruch:

«Lieber sterben, als entehrt zu werden.»

Damit ist gemeint, dass das Tier, weil es stehenblieb, den Tod in Kauf nahm, bevor es sein Fell einer Verunreinigung unterzog.

Die Legende vom weissen Hermelin
Bei der Jagd von Herzogin Anne de Bretagne gelang es einem weissen Hermelin zu fliehen. Als es jedoch in eine Sumpflandschaft gelangte, blieb es stehen und stellte sich der herannahenden Bedrohung. Von dem Mut des Tieres beeindruckt, verschonte die Herzogin das Tier, nahm es auf und beschützte es seitdem. Allerdings behaupten andere Quellen, dass dieses Ereignis nicht Anne de Bretagne widerfahr, sondern Conan Mériadec (der sagenhafte Herzog) oder auch Herzog Alain II (Schiefbart) zugeschrieben wird. Diese Personen lebten schon über 500 Jahre vor Anne de Bretagne.

So ist das mit den Legenden. Jetzt erheben mehrere Personen Anspruch auf das Geschehnis. Aber ganz gleich, wem es passiert ist. Es ist interessant, dass es gleich drei Menschen passiert ist.
Und der Mut des Hermelins? Sicherlich war das Tier kundig und kannte die Region, in der es lebte. Ob es wirklich nur aus Sorge zu seinem weissen Fell nicht in den Sumpf stieg, bleibt offen. Dennoch liegt nahe, dass es wusste, was ein Sumpf ist und diesen mit dem Tod verband. Es hatte nun eine Wahl. Stehenbleiben oder springen. Beim Stehenbleiben wusste es nicht, was danach passiert. Erstaunlich, denn das ist wahrer Mut. Der Mut auf etwas Neues! Diesen Mut haben nicht viele Menschen.

In Verehrung an das Hermelin
Das magische Hermelin im Fantasiebuch «Diana & Julius» kommt nicht aus der Bretagne. Es lebt in den Schweizer Bergen und taucht häufiger im Buch auf. Gleich bei ihrer ersten Erkundungstour in die Museumswelt der Geistergalerien treffen Diana und Julius auf das Hermelin. Es springt aus einem Gemälde und lag vorher in den Armen einer Dame, die ebenfalls auf dem Gemälde abgebildet ist.

Es ist das Gemälde von Leonardo da Vinci und heisst «Dame mit dem Hermelin.»

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