Integrationsspielplatz

Auszug einer Szene:

Der Gewölbekeller weicht an den Rand und vordergründig erfolgt der Aufbau von Spielgeräten. Ein Sandkasten wird in die Bühnenmitte gestellt und darum herum gliedern sich nun Klettergerüst, Rutsche und Schaukel an.

(…)

Gespräch mit dem Maître
(…)

Ich sage wütend zu ihm: «Moment! Ihre ständige Ausfragerei wurde mir allmählich zu viel, und da ich mit meiner integrativen Betriebsfreundlichkeit nicht auf fruchtbaren Gesprächsboden gestossen bin, musste ich doch irgendwann anfangen zu spielen. (…) Haben sie jemals versucht mir mit ehrlicher Freundschaft zu begegnen?»

Maître des Humors lachend zu mir: «Nein, aber sie sind dir doch mit ehrlicher Wissbegierde begegnet! Reicht das nicht um deine Integration voranzutreiben?»
(…)

Ich frage ihn entsetzt: «Hätte ich wirklich alle internen persönlichen Informationen innerhalb meiner Lebensgemeinschaft (…) allen Personen dieser Gesellschaft zugänglich machen müssen, damit die Wissbegierde gestillt und Integration vorangetrieben wird?»

Maître des Humors, lächelnd zu mir: «Ja, das ist ganz einfach im Leben. Man befriedigt die Gesellschaft am besten so, wie sie es wünscht! Gib ihr einfach alles!»

Hintergrund

Im Prosatext vom Gesellschaftsumbruch werden meine Integrations-Bemühungen beschrieben, die leider zu diesem Zeitpunkt nicht zielführend waren. Je mehr ich versuchte mich in diesem Dorf zu integrieren, desto weniger war die Gesellschaft bereit dies zu zulassen. Und desto mehr Fragen stellte sie.
Es dauerte eine ganze Weile bis ich es verstand. Um Integration voranzutreiben, musste erst etwas anderes kommen und deshalb  entschied ich mich zu einer tiefgreifenden Selbsthinterfragung und schloss sukzessive mein Gap.

Die Gesellschaft ist nur ein Spiegel, der einem zeigt, welche inneren Wunden offen liegen.
Symbolisch stehen das Bühnenbild und die gesamte Szene für das Spiel, welches stattfand. Das Ausfrage-Spiel und das Gegen-Frage-Spiel. Mehr über Integration in Kreativer Gesellschaftsumbruch – Mein Leben als Theaterstück.

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