Schlüsselszene

Integration

Im Prosatext wird in Vorbereitung zur Schlüsselszene das Thema Grüssen behandelt. Aus Gesprächen mit meinem Umfeld habe ich dazu in meinem Leben immer wieder interessante Anekdoten mitgeteilt bekommen. So erzählten mir Bekannte, nach ihrem Umzug in ein anderes Dorf, dass das ganze Grüssen teilweise schon skurrile Formen annehmen würde. Einige stellten sich auch die Frage: „Oh, man hat mich heute gegrüsst, was habe ich falsch gemacht?“

Da der Kreative Gesellschaftsumbruch – Mein Leben als Theaterstück meine Integrations-Erfahrungen beschreibt, ist es nicht verwunderlich, dass ich Stellung dazu nehme. Denn lange Zeit verschwand man sogar, sobald ich auftauchte. Oder Teile der Gesellschaft widmeten sich sofort intensiv und ganz zufällig einer anderen Angelegenheit. Man wollte offensichtlich nicht in die Verlegenheit gebracht werden, mich zu grüssen. Natürlich könnte man jetzt argumentieren, dass ist doch auch egal und wen interessiert es? Dennoch präsentierten sich mir die zufälligen Nicht-Grüss-Situationen so häufig, dass ich an ihnen nicht vorbeisehen konnte. Diese Situationen wirkten auf mich stark verhaltensauffällig und absurd.

Schlussfolgerung

Wer versteht Gesellschaften? Das einzige, was ich wahrnehmen konnte, war eine grosse Angst bei vielen Menschen. Angst vor Fremden oder Angst vor allem Fremden.

So lange Teile der Gesellschaft diese Angst nicht therapieren, kann Integration nicht funktionieren. Es spielt dabei keine Rolle, wo auf dieser Welt, wer in welches Land/Dorf zieht.

Auszug Buch

(…) ein Kinderwagen wird hereingeschoben und der Gefühls-Chef stürmt beschwingt darauf zu und stellt sich mit dem Rücken zum Publikum vor den Kinderwagen. (…) Maître des Humors verheissungsvoll: «Komm geh mit mir zum Gefühls-Chef und beginne ein harmloses Gespräch.» (…) Als meine ersten Worte fallen, verschwindet der Gefühls-Chef im Kinderwagen und sein Hinterteil wird mir entgegengestreckt.

Was will eine Gesellschaft damit ausdrücken?
Mehr Satire, Poesie & Prosa mit Theaterszenen in Kreativer Gesellschaftsumbruch – Mein Leben als Theaterstück.

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